Am vergangenen Samstag informierten sich die Mitglieder des Gemeinderats über die Abläufe der Abwasserreinigung bei der Kläranlage Rottweil, die in Zukunft die Abwasseraufbereitung für den Ortsteil Dietingen übernehmen wird.
Begrüßt wurden die Teilnehmer vom technischen Geschäftsführer Holger Hüneke, dem Abteilungsleiter Stadtentwässerung Florian Haag sowie dem Teamleiter der Kläranlage Oliver Blöchle. Gemeinsam führten sie die Gemeinderatsmitglieder über das Gelände und erläuterten anschaulich die einzelnen Stationen der Abwasserbehandlung – vom Zulauf des Abwassers über die mechanische, biologische und chemische Reinigung bis hin zur Schlammbehandlung. Veranschaulicht wurde anhand von Proben der jeweilige Zwischenstand im Verfahren der Abwasseraufbereitung.
Während des Rundgangs erhielten die Teilnehmer einen umfassenden Einblick in die komplexen Prozesse, die erforderlich sind, um das Abwasser zu reinigen und die Anforderungen an den Gewässerschutz zu erfüllen. Dabei wurde deutlich, welch hoher technischer und organisatorischer Aufwand täglich betrieben wird, um einen sicheren und nachhaltigen Betrieb der Kläranlage zu gewährleisten.
Erläutert wurde bei der Besichtigung das sogenannte Demon-Verfahren, das auf der Anlage zur energieeffizienten Stickstoffelimination aus dem Schlammwasser eingesetzt wird. Die Verantwortlichen erläuterten die Funktionsweise dieses innovativen biologischen Verfahrens sowie dessen Vorteile hinsichtlich Energieverbrauch, Betriebskosten und Klimaschutz. Die Gemeinderatsmitglieder nutzten die Gelegenheit, Fragen zu den technischen Abläufen, zur Leistungsfähigkeit der Anlage und zu zukünftigen Entwicklungen zu stellen. Vor wenigen Monaten kam die Abwasserbeseitigung für die Gemeinde Villingendorf neu hinzu. Auch die neue Justizvollzugsanstalt Rottweil ist an die Kläranlage Rottweil angeschlossen.
Eine Besonderheit erläuterte Geschäftsführer Holger Hüneke am Ende des Rundgangs über das Werksgelände: Der ENRW Eigenbetrieb Stadtentwässerung ist eine der wenigen Kläranlagenbetriebe in Deutschland, der über eine ganz aktuelle TSM-Zertifizierung (Technisches Sicherheitsmanagement) verfügt. Diese Auszeichnung bestätigt die hohe Qualität der technischen Organisation, der Betriebsabläufe sowie der Arbeitssicherheit und unterstreicht den hohen Anspruch an einen zuverlässigen und verantwortungsvollen Anlagenbetrieb.
Zum Abschluss der Besichtigung bedankten sich die Mitglieder des Gemeinderats bei den Verantwortlichen für die informative Führung und die interessanten Einblicke in die vielfältigen Aufgaben der Stadtentwässerung. Der Besuch verdeutlichte eindrucksvoll die Bedeutung einer leistungsfähigen Kläranlage für den Umwelt- und Gewässerschutz sowie für eine zukunftsfähige kommunale Infrastruktur.
Die Besichtigung der Kläranlage wurde mit einer gemeinsamen Wanderung von Dietingen nach Rottweil verbunden. Bei einem gemeinsamen Ausklang auf dem Rückweg nach Dietingen konnten sich die Teilnehmer der Besichtigung noch einmal über die neu gewonnenen Informationen austauschen.
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